Die GEMA ist bei vielen Musikern nicht gerade beliebt. Die häufige Meinung, GEMA würde Gebühren einbehalten und nur zuwenig auszahlen ist falsch. Was viele nicht wissen: Sie muss, bis auf ihren festen Tarif, welchen sie für ihre Kosten einbehält, alles auszahlen. Das Problem ist die „ungerechte“ Verteilung der Tantiemen. Dies liegt aber nicht etwa die Böswilligkeit der berliner Verwertungsgesellschaft. Die Ursachen sind häufig Fehler seitens der Künstler und Labels/Verlage, die dann am Jahresende schon einmal ein paar tausend Euro kosten können. Gabriel unterstützt mit seiner GEMA-Beratung und Abwicklung Labels/Verlage und sorgt dafür, dass die Musiker ihr Geld auch tatsächlich bekommen.

GEMA-Beratung & Abwicklung – wie es funktioniert

MMN: Du bist im Bereich der GEMA-Beratung und Abwicklung im Livesektor tätig. Wie muss ich mir das genau vorstellen?

Gabriel Spateneder: Ich arbeite mit Musikern und mittlerweile auch mit einem Label/Verlag als freier Mitarbeiter für deren Bands zusammen. Dort kümmere ich mich, ganz einfach gesagt darum, dass die Tantiemen der GEMA, welche Ihnen zustehen, auch bei ihnen ankommen.

MMN: Aber sollte die GEMA-Abwicklung und Auszahlung nicht „automatisch“ passieren?

Gabriel Spateneder: Das ist richtig. Nur leider kommt es in der Liveabwicklung, nicht nur Seitens der Veranstalter, auch Seitens der Künstlern und Label/Verlagen zu Fehlern. Dies führt häufig dazu, dass die Tantiemen nicht ausbezahlt werden können. Die GEMA macht Ihre Arbeit schon gut, nur müssen die richtigen Informationen einfach da ankommen, wo sie hin sollen, damit es funktioniert.

GEMA-Beratung mit Gabriel Spateneder

GEMA-Beratung von Gabriel Spateneder: Leidenschaftlicher Musiker bei The Unduster

Oft werden schon Fehler beim Melden der Werke gemacht oder beim ausarbeiten der Musikfolgenlisten. Da gäbe es eine ganze Liste an Dingen, welche mir da schon untergekommen sind. Nur leider werden diese meist nicht realisiert, da sich die wenigstens intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. Viele Musiker geben sich mit der ausbezahlten Summe zufrieden. Dass diese oft nur ein Bruchteil dessen ist, was Ihnen zustehen würde, wissen dann viele nicht.

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, die Künstler soweit mit dem Thema in der Abwicklung vertraut zu machen. Ich möchte, dass sie die Hintergründe verstehen und somit auch umsetzen können. Ich schaue mir mit den Bands/Künstlern deren Konstellation ganz genau an und arbeite mit Ihnen ein Konzept aus, welches für alle Beteiligten ganz einfach, unkompliziert und gut funktioniert.

MMN: Das mit der GEMA-Beratung kann ich dann soweit nachvollziehen, wo bist du dann in der Abwicklung aktiv?

Gabriel Spateneder: Meist ist es so, dass die Musiker eben Musik machen und sich nicht am Schreibtisch durch Papierstapel wälzen wollen, das sind dann meine Aufgaben. Ich erarbeite anhand der Setliste eine Musikfolgenliste, fülle diese vorab mit allen benötigen Infos/Nr. aus und lasse diese den Bands zukommen. Ich kümmere mich um die Onlinemeldung der Listen und übernehmen die Prüfung und Bearbeitung der Einzel- und Nutzungsaufstellungen, welche zu den Auszahlungsterminen bei den Künstlern ankommen.

Fehlen Abrechnungen oder sind diese Falsch, was leider bisher bei fast jeder Auszahlung meiner betreuten Bands der Fall war, erstelle ich eine Reklamation und kümmere mich um deren Ausbezahlung. Somit kann ich ein Maximum an Auszahlung erwirken.

„Als mir ein Musiker, der 30-40 Konzerte im Jahr spielt, seine GEMA-Summe genannt hat, habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt!“

MMN: Wie kamst du dazu, die GEMA-Beratung und Abwicklung für Bands, Labels und Verlage im Livebereich zu übernehmen?

The Unduster 2018 Tour

Gabriel live: Mit der Band The Unduster 2018 auf Tour

Gabriel Spateneder: Ich bin selber aktiver Musiker in der Band „The Unduster“, bei welcher ich mich unter anderem um Booking und alle finanziellen Belange kümmere. Somit bin ich auch relativ früh mit dem Thema GEMA in Kontakt gekommen. Anfangs wusste man zwar in etwa, was die so machen und es nicht schlecht sein kann, sich dort anzumelden, hatte aber noch relativ wenig Ahnung von der Materie.

Als ich dann mit einem Musiker gesprochen habe und er mir die jährliche Auszahlungs-Summe der GEMA genannt hat, habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt.Er hat zu diesem Zeitpunkt mit seiner Band an die 30-40 Konzerte im Jahr gespielt.

Ziemlich schnell fand ich heraus, dass es zwar einen theoretischen Ablauf in der Abwicklung im Livebereich gibt, jedoch die Praxis meist weit komplizierter ist. Man benötigt relativ viel Hintergrundwissen, um diese richtig umzusetzen. Es gibt zu viele Faktoren, welche zu Fehlern führen, so dass es zu keiner Auszahlung der Tantiemen kommt.

Kleine Konzerte mit 20 gespielten Songs bringen schon ca. 120 € GEMA. Bei Festivals können es auch mal an die 2.000 € sein! Klick um zu Tweeten

Ich habe mich dann durch alle verfügbaren Infos gewälzt, Gespräche mit Profis gesucht und in der Praxis Erfahrung gesammelt. Nachdem es dann zu saftigen Auszahlung gekommen ist, sind erst befreundete Bands auf mich zugekommen. Mehr als Gefallen habe ich das für diese umgesetzt. Da es da auch gut funktionierte, wurde ich gebeten, ob ich das nicht dauerhaft machen könne. So kam es, dass ich nun schon viele Bands betreue und GEMA-Beratung und Abwicklung mittlerweile auch aktiv anbiete.

So viel Geld können Musiker durch die GEMA verdienen

MMN: Du redest von hohen Auszahlungen. Von wie viel sprechen wir denn da?

Gabriel Spateneder: Das hängt ganz davon ab, wieviele und in welcher Größenordnung Konzerte/Festivals gespielt werden. Auch sind die Faktoren wie hoch die GEMA-Gebühren der Veranstalter sind. Diese hängen widerrum von den Eintrittsgeldern und der Fläche der Veranstaltung ab. Entscheidend für die GEMA-Gebühren ist aber auch, wieviele GEMA-gelistete Songs gespielt werden.

So kommen meine Bands bei kleinen Konzerten mit etwa 20 gespielten Songs auf um die 80 bis 120 Euro. Bei größeren Konzerten mit z. B. 1.500 bis 2.000 Besuchern und 5 Euro Eintritt, können es schon mal 500 bis 700 Euro sein. Hat man das Glück auf den großen Festival zu spielen und einen relativ langen Slot zu bekommen, hatte ich auch schon Auszahlunghöhen an die 2.000 Euro.

KonzertgrößeAuszahlung
Kleinen Konzerten mit etwa 20 gespielten Songs80 bis 120 Euro möglich
Größere Konzerten mit z. B. 1.500 bis 2.000 Besuchern und 5 Euro Eintritt500 bis 700 Euro möglich
Großes Festival mit relativ langem Slotan die 2.000 Euro möglich

Wie du siehst, ist es relativ schwer eine pauschale Aussage zu treffen, da es auch hier von vielen Faktoren abhängt. Bei Künstler die viel spielen, kommt da aber meist einiges zusammen. Ich bin aber der Meinung, dass es sich aufjedenfall lohnt, die GEMA-Abwicklung so gut wie Möglich umzusetzen. Das finanzielle Part ist für jede Band, Label und Verlag extrem wichtig ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Auch für Bands, welche noch weniger Konzerte spielen, ist das eine interessante Geschichte und es sollte sich genauer damit beschäftigt werden.

MMN: Wenn eine Band deine Unterstützung haben möchte, wie können sie dich erreichen und was verlangst du für deine Arbeit?

Gabriel Spateneder: Mich kann man per Mail unter info@gabrielspateneder.com oder gerne auch auf Facebook kontaktieren.

Ich biete immer einen Deal an, bei dem ich von der Auszahlungssumme, der von mir bearbeiteten Abwicklungen, einen bestimmten Prozentsatz in Rechnung stelle. Ich bin also nicht direkt an den Tantiemen beteiligt. Wieviel Prozente ich verlange, hängt ein wenig von der Größenordnung und Konstellation der Band ab. Ich habe aber bisher immer einen fairen Deal gefunden, damit meine Arbeit bezahlt ist und die Band mit Ihrem Auszahlungsbetrag sehr happy ist.

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Über den Autor

Er hat das Musik Marketing Magazin gegründet: Nikolai Schöbel - Publizist, Sänger der Band Kopfkino, Musikproduzent und Werbekaufmann mit Spezialisierung auf Musik- & Onlinemarketing.

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